Dienstag, 6. Dezember 2011

Türchen 6

"Der Nikolaus vom Südpol"

Wie schon im letzten Jahr, haben wir heute für euch einen Nikolaus-Oneshot bereit gestellt. Dieses Jahr jedoch ohne ein Fandom und ich kann euch sagen - es nikolaust sehr! :) 
Viel Spaß! 


Harte Bässe ratterten durch meine Ohren wie Züge durch einen Bahnhof.
Das grelle Kreischen von malträtierten Stimmbändern hämmerte zusammen mit meinem Puls in meinen Schläfen.
Es war das geilste Gefühl der Welt!
„Macy!“
Ich kniff die Augen zusammen und drehte mich schneller.
Der Sänger sang gerade etwas von Hölle und keinem Ausweg.
Ich würde mich einfach darin verlieren und nicht zuhören. Dieser Tag sollte mir gehören. Mir, mir, mir, mir, mir…
„Macy Claire! Nimm diese Dinger aus den Ohren! Du wirst ja taub davon.“
Mit einem hörbaren Plopp! wurde einer meiner Ohrstöpsel heraus gezogen und das Kreischen verlagerte sich auf schmerzhafte Art und Weise auf mein linkes Ohr.
Ich zuckte zusammen.
„Willst du dir die Trommelfelder zertrümmern?“
„Wenn ich dich dann nicht mehr hören muss, liebend gern!“, blaffte ich meine Mutter an und bewegte meinen Finger auf dem Touchscreen meines iPods.
Das Kreischen wurde zu einem lauten Brüllen. „Was ist?“
Meine Mutter senkte die Hand, in der immer noch einer meiner Stöpsel hing und strich sich eine weizenblonde Haarsträhne aus den Augen.
„Die Gäste sind da. Und das Essen ist auch fertig. Alle warten auf dich.“
Ich ließ mich rückwärts auf mein Bett fallen und genoss das Auf- und Abfedern.
„Keinen Hunger.“
„Macy-“
Ich drehte mich auf die Seite, sodass mein freies Ohr unter meinem Kopf begraben wurde und ich einseitig von einem neuen, noch härteren Lied beschallt wurde.
„Geh weg“, rief ich meiner Mutter über den Lärm zu.
Normalerweise reichte das, um sie aus meinem Zimmer zu scheuchen.
Ich stellte mir vor, wie sie dort stand, die Hände zu kleinen, festen Fäusten geballt. Sie würde sich umsehen, ein paar Kleider aufsammeln und mit einem letzten Blick auf ihre verzogene Tochter das Weite suchen.
Dann würde ich den Abend über endlich meine Ruhe haben und am nächsten Tag ungestört aus dem Haus und in die Schule verschwinden können.
„Macy“, setzte meine Mutter wieder an.
Ich öffnete ein Auge und sah sie über mir stehen. Sie hatte sich umgesehen und sie hatte ebenfalls ein paar verwahrloste Klamotten gefunden, die über ihrem Arm hingen.
Aber sie war nicht gegangen.
Ich klappte das Auge wieder zu. Vielleicht hatte sie heute Morgen „Ausdauer“ anstatt „In die Defensive gehen“ gefrühstückt.
„Du wirst jetzt aufstehen, dir etwas Passendes anziehen und mit mir nach unten kommen!“
Mit geschlossenen Augen grinste ich sie an. „Nein.“
Mit einem Ruck wurde mir auch der zweite Stöpsel aus dem Ohr gezogen und ich hörte ein plastisches Klackern, als sie – samt iPod - an dem Heizkörper unter meinem Fenster aufschlugen und dann auf den dunklen Parkettboden meines Zimmers.
Die Musik kreischte sich ihren Weg zu uns, wie im Protest gegen diese grobe Behandlung.
Ich stemmte mich hoch auf die Ellbogen und sprang vom Bett; meine Fäuste waren geballt, so wie die meiner Mutter in meinen zahlreichen Erinnerungen und ich zischte sie an.
„Bist du bescheuert? Das Teil war nicht verdammt teuer!“
Überraschend kühl hielt der blaue Blick meiner Mutter dem meiner grünen – und in diesem Moment sicher lodernden – Augen stand. „Das weiß ich, Macy. Ich habe ihn dir schließlich geschenkt.“
„Was willst du eigentlich!?“ Ich warf die Hände in die Luft und knurrte. Das hier war ganz sicher nicht der freie Tag, den ich mir vorgestellt hatte. „Kannst du mich nicht einfach in Ruhe lassen?“
„Nein“, antwortete meine Mutter fest. Doch ihre Augen wirkten unsicher. „Macy, du kommst kaum noch aus deinem Zimmer raus. Morgens rennst du einfach aus dem Haus, ohne Frühstück und ohne einen Ton zu sagen. Wir wollen doch nur, dass du diesen einen Abend mit uns verbringst.“
Ich ging zum Fenster und hob das kleine, grüne Quadrat auf und drückte auf Pause.
Abrupt wurde es unangenehm still in meinem Zimmer.
„Ich will nicht“, sagte ich zu meinem iPod.
Wieder eine widerlich stille Pause.
Dann hörte ich die Absätze meiner Mutter über den Boden klackern und meine Tür quietschen.
Also hatte sie es am Ende doch noch verstanden.
Ich hielt gerade nach meiner schwarzen, warmen und überdimensional großen Fleece Jacke Ausschau, als ich wieder Schritte hörte.
Diesmal schwerer, ein wenig schlurfend.
Mein Vater stieß die Tür zu meinem Zimmer auf.
Anders als meiner Mutter, sah ich ihm sehr viel ähnlicher.
Er hatte ebenso grüne Augen wie ich und auch seine braunen Haare stimmten mit dem Ton meiner Mähne beinahe überein.
Dafür war er ein gutes Stück größer geworden als seine kleine Tochter.
„Sternchen“, sagte er und schloss die Tür hinter sich.
Ich verkrampfte mich automatisch.
Dieser Spitzname war schon genauso alt wie ich. 16 Jahre und niemals hatte ich ihn mehr gehasst, als heute Abend.
„Nenn mich nicht so“, platzte ich heraus und drehte ihm den Rücken zu.
Das Licht meiner Nachttischlampe beleuchtete dicke Schneeflocken, die direkt vor meinem Fenster zu Boden trudelten.
„Macy, deine Mutter und ich machen uns Sorgen um dich.“
„Ja, das habe ich mit bekommen.“
Er seufzte, tief und schwer, so als hätte er eine große Bürde zu tragen.
Und diese Bürde trug meinen Namen.
„Willst du denn nicht wenigstens zum Essen runter kommen?“
„Nein“, schloss ich kategorisch damit ab, noch während er sprach. „Ich hab keine Lust. Und ihr habt doch Gäste, mit denen ihr reden könnt.“
„Mein Bruder und Tante Zoey würden dich auch gerne mal wieder sehen.“
Ich schnaufte und drehte mich halb zu ihm um. „Die beiden? Du hast schon besser gelogen, Dad.“
Doch mein Vater, dessen Schläfen in den letzten Monaten überraschend schnell grau geworden waren und unter seinem braunen Haar hervor lugten, sah mich ernst an. Ernst und… verzweifelt.
Hastig drehte ich mich wieder um.
Ich wollte nicht sehen, wie mein Vater etwas anderes als stark war.
Wie er verzweifelt war, weil seine Tochter alle …
„War das dann alles?“, schnappte ich, um meine Gedanken zu verscheuchen.
„Nein“, antwortete mein Vater und ich schloss die Augen. Diesen Tonfall kannte ich. „Du wirst dich jetzt umziehen und dann runter kommen. Ich wollte einen friedlichen Abend mit meiner Familie verbringen, aber du zwingst mich dazu, dass ich den autoritären Vater nach außen kehre.“
Wut brandete durch meinen Magen und stieg mir wie Galle in den Mund.
„Ich zwinge dich zu gar nichts. Ich hab keine Lust und ich bleibe, wo ich bin!“
Eine Hand packte meine Schulter und dann stand mein Vater vor mir.
Groß und grimmig, sauer und ziemlich aufgebracht.
„Du wirst dich jetzt anziehen und nach unten kommen. Haben wir uns verstanden?“
Der Zorn schlängelte sich von meinem Bauch aus in meine Glieder und ich versuchte, mich von ihm los zu machen.
„Einen Scheißdreck werde ich tun! Lass mich los!“
„Macy…“
„Lass los!“ Meine Stimme war schrill und laut, so wie die Lieder, die mir das Trommelfell zerreißen sollten.
Es folgte eine handfeste Auseinandersetzung, in der ich verlor.
Am Ende hielt mich mein Vater fest an seine Brust gedrückt. Meine Handgelenke waren unter seinen immer noch kräftigen Armen eingesperrt.
„Was ist passiert, Macy?“, fragte er leise, während er mir über die Haare strich. „Warum benimmst du dich so? Haben wir irgendetwas falsch gemacht?“
Ich wollte ihn anschreien, ihm sagen, dass er mich in Ruhe lassen sollte und ihm an den Kopf werfen, was er alles falsch gemacht hatte.
Aber mir wollten keine Worte einfallen.
Die Wut verpuffte so plötzlich, wie sie gekommen war und ich sackte zusammen.
Mein Vater bemerkte es und zog mich mit sich zu meinem Bett, wo er mich sanft absetzte.
Ich sank gegen seine Schulter wie eine Stoffpuppe.
„Alles klar?“, fragte er leise. „Hab ich dir weh getan?“
Ich schüttelte den Kopf als Antwort auf beide Fragen.
In diesem Moment wollte ich ihm sagen, was nicht in Ordnung war. Wollte wieder Papa’s kleiner Liebling sein.
Ich wollte wieder Sternchen sein, der nichts passieren konnte, solange sie ihren Vater hatte und wenn sie doch mal weinen musste, war ihr Vater da, um sie zu trösten und so lange Witze zu machen, bis sie wieder lächeln konnte.
Aber ich war nicht mehr Sternchen und mein Vater war nicht länger mein Held.
Er war einfach nur ein immer älter werdender Mann, der mich nicht mehr verstand.
Das männliche Äquivalent zu meiner Mutter.
Mein Vater gab mir einen Kuss auf die Stirn und seine Stimme war nicht länger sauer oder angespannt. „Kommst du mit? Nur für zehn Minuten?“
Nein.
„Okay“, willigte ich mit starrer Miene ein und löste mich von ihm. „Gibst du mir fünf Minuten?“
Mein Vater sprang regelrecht von meinem Bett auf und strahlte mich an.
„Gern! Danke, Sternchen.“ Lachfältchen bildeten sich um seine Augen herum und er schien immerhin ein bisschen erleichtert, so als würde alles wieder gut werden.  
Ich nickte und versuchte mich gar nicht erst an einem Lächeln.
Mein Vater mochte mich nicht mehr verstehen, aber er würde es merken, wenn ich ein angekleistertes Lächeln zur Schau trug.
Summend drehte er sich um und schloss die Tür leiser hinter sich.
Einen Moment später hörte ich seine Schritte auf der Treppe.
Für einige Sekunden erlaubte ich es mir, mein Bett anzustarren und von den vielen ungestörten Stunden zu träumen, die ich heute eigentlich darin hatte verbringen wollen.
Nur für zehn Minuten, hatte mein Vater gesagt, aber er wusste, dass es dabei nicht bleiben würde, wenn er mich erst einmal da unten hatte.
Und ich wusste, dass es genau deshalb gar nicht erst zu diesem Familienintermezzo kommen dürfte.
Ich sprang auf, plötzlich in Panik, dass mein Vater nach den fünf abgelaufenen Minuten in mein Zimmer platzen würde.
Schnell schlüpfte ich in meine Jacke und stopfte meinen iPod in meine Tasche. Zwischen einem Haufen voller T-Shirts fand ich einen dünnen Schal und meine Turnschuhe.
Und dank eines spontanen Geistesblitzes krallte ich mir noch meinen Hausschlüssel von meinem überfüllten Schreibtisch.
Dann hörte ich auch schon die Stimmen von unten.
„Sie kommt sicher gleich“, sagte mein Vater gerade vergnügt und rief dann: „Macy, bist du so weit?“
Ich öffnete den Mund, aber ich brachte nichts hervor.
„Macy?“
Verdammt!
Er würde nach oben kommen und nach mir sehen.
Und dann saß ich in der Falle.
Ich wirbelte zu meinem Fenster herum und riss es auf.
Ein Schwall eiskalter Luft und frecher Schneeflocken kam mir entgegen. Es war so kalt, dass es mir in die Wangen biss und mich nach Luft schnappen ließ.
„Macy, alles in Ordnung?“
Ich stemmte einen Fuß auf mein Fensterbrett und duckte mich durch das Fenster, nur um auf der anderen Seiten beinahe auf dem glatten Sims auszurutschen.
Ich sah in die Tiefe und dankte Gott für die Erfindung der Vordächer, von denen eins direkt neben meinem Zimmer lag.
Mit einer Hand krallte ich mich am Fensterrahmen fest, während ich einen Fuß ausstreckte und das Plastik des Vordachs erreichte. Es war voller Schnee.
„Macy?“
Das unverkennbare Quietschen meiner Tür kam mir schließlich den entscheidenden Ruck.
Mit einem Satz sprang ich über den Meter hinweg, der meinen Fenstersims von dem Dach trennte und kam auf Knien und Händen auf.
Kälte rammte sich durch meine Jeans in meine Knie und mein rechtes Handgelenk protestierte knackend.
Außerdem hatte ich einen lauten Rumms verursacht.
Bloß weiter.
Ich ließ mich auf meinen Hintern fallen und rutschte das Vordach langsam hinunter.
Doch der Schnee gab unter mir nach und ich wurde zu schnell. Meine Hand verpasste die Regenrinne und härter, als mir lieb war, kam ich auf dem Schnee vor unserer Haustür auf. Gott sei Dank war ich in einem der Berge gelandet, die mein Vater zusammen geschoben hatte!
Ich rappelte mich auf und stapfte aus dem Berg heraus, der Schreck saß mir noch in den Gliedern.
Aber ich steuerte schon auf unser Gartentor zu und blinzelte mir den Schnee aus den Augen.
Meine Schuhe weichten bereits durch und meine Haare wurden klebrig und nass, doch als ich mir meine Stöpsel ins Ohr schob, fühlte ich mich frei und wild. Endlich Ruhe.
Mein Blick wanderte noch einmal zurück zu unserem Haus und ich sah meinen Vater am offenen Fenster stehen.
Sein Lächeln war erloschen und sein Blick konnte mich nicht finden; die Schneeflocken fielen jetzt dicht wie ein Vorhang.
Es dauerte eine halbe Minute, dann schloss er das Fenster und wandte sich ab.
Er ließ mich gehen.



Eine halbe Stunde später bereute ich meine Flucht.
Nicht, weil ich das Familientreffen versäumt oder weil ich meine Eltern gekränkt hatte.
Es hätte alles so perfekt sein können, wäre da nicht das Wetter gewesen.
Meine Füße waren gefrorene Eisklumpen, die sich nur noch auf gut Glück vorwärts bewegten und meine Haare waren mehrmals eingefroren und dann wieder aufgetaut.
Ein Stöpsel meines iPods hatte den Wurf meiner Mutter nicht überlebt, sodass ich nur auf einer Seite das Betäuben meiner Gedanken und der wieder brodelnden Wut in meinem Magen genießen konnte.
Und jetzt fing ich auch noch an zu zittern. Meine Zähne klapperten wie Kastagnetten und meine Beine schlotterten wie Wackelpudding.
Ich wusste, dass ich nach Hause hätte gehen sollen, doch ich war zu stur, zu störrisch und zu wütend.
Ich konnte und wollte nicht zurück.
Bibbernd blieb ich stehen und sah mich um.
Ich war nur wenige Straßen von meinem Haus entfernt, doch hier sah es ganz anders aus.
In jedem Vorgarten waren Lichterketten verteilt und Weihnachtsmänner, die eine Glocke schwangen oder Geschenke jonglierten.
Schlitten lagen hier und dort verstreut und in einem besonders „Winter Wonderland“ aussehendem Garten stand ein großer Schneemann, der mich mit seinem Steinlächeln anzugrinsen schien.
Ich war im Familien-Vorort-Paradies gelandet.
Entschlossen überquerte ich die Straße und hielt auf den großen, offenen Garten mit den vielen verschneiten Tannen zu.
Einen Moment musterte ich den Schneemann mit dem Topf und dem Grinsen, dann kickte ich die beiden oberen Teil des kalten Kerls ab.
Mit einem dumpfen Klatschen landeten sein grinsendes Gesicht und sein Oberkörper im Pappschnee.
Zurück blieb eine halbrunde Kugel, die durch den ein oder anderen gezielten Tritt zu einer geeigneten Sitzfläche wurde.
Jede Blasenentzündung der Welt stürzte sich auf mich, als ich mich auf dem Rest des Schneemanns niederließ und seufzend die Beine anzog.
Jetzt weichte zwar mein Hintern durch – und vereiste danach an diesem kalten Thron – doch immerhin konnte ich meine Füße schonen.
Vielleicht würde ich einfach für immer hier so sitzen bleiben und im Frühjahr unbemerkt mit dem ganzen Schnee davon schmelzen.
Das würde so vieles für so viele Menschen so viel einfacher machen…
Ich scrollte in meiner Musikplaylist nach unten und suchte mir das aggressivste Lied aus, das ich finden konnte.
Dann sah ich mir die umliegenden Häuser an und fragte mich, wie viele Familien hinter den hellen Fenstern saßen und sich lächelnd Geschenke zu schoben.
Nett beim Essen plauderten, obwohl sie sich im tiefsten Innern hassten und nichts miteinander zu tun haben wollten.
Auf dem Sofa im Wohnzimmer zusammen saßen und den Kindern beim Spielen zusahen und dabei nie wieder einander ansehen wollten.
Wie viele gekünstelte Gespräche, geheuchelten Komplimente und falsche Zärtlichkeit wurden heute hinter diesen Türen ausgetauscht?
Die Wut drohte mir wie Galle in den Mund zu steigen und ich ballte die Hand um meinen iPod zur Faust.
War ich die einzige, die heute geflüchtet war?
Die es nicht mehr aushielt, dass an Nikolaus und  Weihnachten das Familienleben zusammen geklebt wurde, um den Nachbarn etwas vorzuspielen? Sich selbst etwas vorzuspielen?
Ich konnte es nicht glauben und trotzdem saß ich auf diesem von mir selbst hingerichteten Schneemann, dessen Gesicht mich falsch herum und anklagend aus dem Schnee anstarrte und war allein.
Allein mit der Wut, den Gedanken, dem Unverständnis und…
Gegenüber wurde eine Tür geöffnet.
„Paul, es tut mir furchtbar leid! So war das noch nie, ich kann mir nicht erklären wie … also …“
„Schon okay, Mrs. Arlington.“
Ich sah auf und stellte verblüfft fest, dass die beiden Stimmen zu einer Hände ringenden Frau gehörten, die in einem der Hauseingänge stand und zu einem Jungen, der ein leicht verrutschtes Nikolaus Kostüm trug.
Die Frau wirkte beschämt, der Junge nüchtern.
Einen Moment standen sie in Schweigen gehüllt da, dann warf sich der junge Nikolaus einen Sack über die Schulter und drehte sich um.
Trotz des diffusen Lichts und des Schneetrubels konnte ich von hier aus den großen Fleck sehen, der vorne auf seiner Brust prangte.
Außerdem war sein weißer, künstlicher Bart hinunter gerutscht und gab ein missmutiges Gesicht preis.
Die Frau sah dem Nikolaus dabei zu, wie er durch den Garten davon marschierte. Ein, zwei Mal stellte sie sich auf die Zehenspitzen und öffnete den Mund, doch sie blieb still und schloss schließlich die Tür.
Neugierig schaute ich dem Jungen dabei zu, wie er auf einem glatten Stück Gehweg ausrutschte und dabei beinahe hinfiel, sich dann kurz sammelte und langsam weiter ging.
Er schaute nach links und nach rechts, dann überquerte er die Straße und kam in meine Richtung, den Kopf gesenkt und den Sack hinter sich her schleifend.
Der junge Nikolaus hätte mich wahrscheinlich übersehen, wenn ich nicht im letzten Moment mein Bein vorgestreckt und ihn zu Fall gebracht hätte.
Er stieß einen Fluch aus und dann lag er auch schon halb im Schnee und halb auf dem Gehweg, der Sack kippte um und verstreute seinen Inhalt über die Straße.
Der Nikolaus stöhnte auf und rappelte sich hoch, wobei er leicht hin und her schwankte und beinahe noch einmal zu Boden gegangen wäre.
Ich konnte mir ein kichern nicht verkneifen und sah von meinem Eisthron auf ihn hinunter.
Ein Kopfschütteln, dann klärte sich der Blick des Jungen und er sah mich an.
Seine Lippen verzogen sich.
„Danke.“
Mir blieb das Kichern im Hals stecken und ich glotzte ihn an. „Danke?“
„Ja. Das war eins der nettesten Dinge, die mir heute passiert sind.“
Er beugte sich über den Sack und sammelte Orangen, Nüsse und kleine Geschenkpakete wieder ein. Nach etwa der Hälfte ließ er sich knarzend auf seine schweren Stiefelabsätze zurück sinken und schnürte sein Gepäck wieder zu.
„Über den Rest werden sich die Eichhörnchen freuen.“
„Wer oder was bist du?“, platzte ich, eher unhöflich, heraus und starrte seinen schmächtigen Rücken an.
Er drehte sich halb zu mir herum und dunkle Augen musterten mich von oben bis unten. Für eine Sekunde war ich mir allem über genau bewusst.
Meinen nassen, dünnen Stoffschuhen, dem klebrig-vereisten Haaren und der viel zu dünnen Jacke.
Alles sah nach dem aus, was es gewesen war: ein überstürzter, naiver Aufbruch.
Als der Junge seine Musterung abgeschlossen hatte, erleuchtete ein Grinsen sein Gesicht.
„Na, wer wohl? Der Nikolaus vom Südpol!“
„Südpol? Du meinst wohl den Nordpol.“
„Nein. Da wohnt der Weihnachtsmann. Und neben seinem Ego willst du wirklich nicht wohnen. Deshalb komme ich vom Südpol.“
Frostige Finger glitten mir über den Rücken und sie hatten nichts mit dem Schnee zu tun. „Ja, klar“, antwortete ich und hoffte, er würde aufstehen und seinen Schlitten suchen gehen.
Er stand tatsächlich auf, doch nur um mich über seinen flauschigen weißen Bart hinweg noch einmal zu mustern.
„Du siehst ein bisschen angefroren aus.“
„Hmhm“, antwortete ich nur und versuchte, Desinteresse zu verkörpern.
Eine Falte erschien auf der Stirn des Jungen und er betrachtete mich nachdenklich.
Geh weg!
Er streckte die Hand aus. „Ich bin Paul.“
„Eben warst du noch der Nikolaus“, erinnerte ich ihn. Doch dann streckte ich die Hand aus und griff nach seiner behandschuhten. „Macy.“
„Hallo, Macy.“ Er grinste wieder. „Und ja, ich bin der Nikolaus. Aber nur noch für die“, er schob den Ärmel seines Rot-weißen Anzugs zurück und starrte auf seine Uhr, „nächsten zwei Stunden. Dann hab ich endlich Feierabend.“ Er blickte zufrieden drein.
Ich konnte nicht glauben, dass das sein Ernst war.
Durch den Bart und die Mütze war es zwar schwer einzuschätzen, aber ich vermutete, dass er nicht sehr viel älter sein konnte als ich.
Und trotzdem lief er am Nikolaustag in dieser Kälte und diesem Schneesturm herum, ohne das ihn das zu nerven schien.
Mein Blick wanderte eine Etage tiefer, zu dem nun auffälligen Fleck auf seiner Brust.
Ich erinnerte mich an die Worte der Frau.
„Was für eine Art von Nikolaus bist du?“, fragte ich argwöhnisch und kniff die Augen nicht nur gegen die Schneeflocken zusammen.
Paul wurde rot und öffnete den Mund, doch erst Sekunden später fand er auch Worte. „Einer für Kinder“, antwortete er hektisch.
Ich schaute noch ein bisschen skeptischer.
Er lachte. „Das klang jetzt wohl noch merkwürdiger, hm?“
Ich nickte. „Allerdings.“
Seine Finger schoben sich nervös unter die buschige Krempe seines Nikolaushuts und er kratzte sich am Kopf. Sein Gesicht war rot wie eine Weihnachtskugel.
„Ich mach das jetzt schon seit drei Jahren. Also … am 6. Dezember als Nikolaus verkleidet zu den Familien kommen und abgegebene Geschenke liefern. Die Kinder sollten sich eigentlich darüber freuen.“ Jetzt wirkte er ein wenig ratlos.
Ich lehnte mich ein Stück vor um seinen zu Boden gerichteten Blick aufzufangen.
„Sollte?“
Paul grinste breit. „Na ja… ich kann wohl nicht unbedingt gut mit Kindern umgehen.“ Er deutete auf den Fleck. „Das hier stammt von einem kleinen Mädchen, gerade fünf Monate alt. Sie hat mich nicht besonders gern gehabt.“
Ich wurde rot, weil ich etwas vollkommen anderes von ihm gedacht hatte.
Um meinen Fauxpas im Nachhinein zu kaschieren, fragte ich: „Und das an deinem freien Tag?“
Der Nikolaus vom Südpol schulterte seinen Sack und lauschte meiner Skepsis, dann nickte er. „Ja. Die Kinder lieben Weihnachten und es lohnt sich, die Kleinen lächeln zu sehen.“ Er kratzte sich abermals am Kopf und Röte kroch unter seinem Bart hervor. „Tja, wenn sie mich denn mögen, schätze ich. Und das Geld spielt auch keine unerhebliche Rolle, ich will ja nicht lügen.“
„Nein, natürlich nicht.“ Seine Ehrlichkeit war erfrischend, obwohl mir das Leuchten der Kinderaugen und die Freude der kleinen Kröten mir doch etwas zu sehr nach Klischee klangen. „Was wäre das auch für ein Nikolaus.“
„Richtig.“ Unwillkürlich musste ich sein aufkommendes Lächeln erwidern.
Doch dann, nach einer stillen Minute, wurde Paul plötzlich unruhig und blinzelte zu den anderen, hell erleuchteten Häusern hinüber.
Ich verstand.
Im Gegensatz zu mir wurde er heute Abend noch erwartet. Freudig erwartet.
Ich nahm ihm die Entscheidung aus der Hand und stand etwas ungelenk vom Frost von meinem eisigen Stuhl auf.
Diesmal war ich es, die eine Hand ausstreckte.
„Tja, dann“, - was wünscht man dem Nikolaus vom Südpol für den Rest des Tages?- , „noch eine erfolgreiche Reise.“
Paul ergriff meine Hand und schüttelte sie sanft. Das Leder seiner Handschuhe knarzte und mir stieg der Duft von Orangen, Äpfeln und Nüssen, gepaart mit dem Duft von Sandelholz in die Nase.
Von Nahem wirkte sein Gesicht nicht so jung, wie ich es zunächst eingeschätzt hatte. Er hatte ein spitzes Kinn – ziemlich niedlich – und große, dunkelbraune Augen, mit einem schwachen Hauch von Grün.
Unter seiner Mütze lugte ein Anschein von braunen Locken hervor.
Er schüttelte immer noch meine Hand.
„Äh…“
„Möchtest du mit kommen?“, fragte er hastig.
Überrascht riss ich die Augen auf. Paul tat es mir nach.
„Okay… entschuldige“, ruderte er ebenso schnell wieder zurück und nahm die Farbe seines Kostüms an. „Das war eine blöde Frage. Ich sehe ja, dass du lieber alleine sein willst. Tut mir leid, ich werde jetzt einfach…“ Er ließ meine Hand los und machte eine Geste die Straße hinunter und im nächsten Moment war er auch schon los marschiert.
Dabei vergaß er aber wieder das Eis unter seinen Schuhen und nur wenige Meter von mir entfernt, landete er ein weiteres Mal auf dem Eis.
Ich prustete in meine ausgekühlte Hand und lief ihm nach, um ihm aufzuhelfen.
Paul fluchte unterdrückt und nahm meine Hand an.
Als er wieder einigermaßen senkrecht und sicher stand, traute er sich auch wieder, mir in die Augen zu schauen.
Ich grinste. „Es war keine blöde Frage. Hättest du einen Moment gewartet, hättest du das gleich mit bekommen.“ Ich konnte nicht fassen, was ich da sagte, aber natürlich ging es einfach weiter. „Ich würde gern mit kommen.“
Seine Miene hellte sich auf und ich war mir sicher, dass er selbst dieses Grinsen auf seinem Gesicht noch nie gesehen hatte. Denn es war schief und zitternd, so als würde ihm der ungewohnte Zug in seinem Gesicht gleich wieder entgleiten.
Paul arrangierte sich, schob den Bart wieder über sein Kinn und nickte zur anderen Straßenseite hinüber.
„Da lang.“


Ich blieb bei Paul, bis er Feierabend hatte.
Gemeinsam gingen wir von einem Haus zum anderen, warteten, bis die lächelnden Eltern oder die aufgeregten Kinder öffneten, dann traten wir zusammen ins Wohnzimmer und Paul senkte seine Stimme zu einem vollen, ziemlich alt klingenden Bass, um den staunenden Kindern, mit den großen Augen ihre Geschenke zu übergeben.
Schon in der ersten Familie bemerkte mich ein kleines Mädchen mit blonden Ringellöckchen und deutete von ihrem Platz auf dem Sofa aus auf mich.
„Wer ist das?“, fragte sie Paul und nahm mich unter die Lupe.
Ich gab sicher kein gutes Bild ab, halb gefroren und halb nass, wie ich da stand. Zudem hatten meine Turnschuhe angefangen, bei jedem Schritt zu quietschen.
Bevor ich mich hatte umdrehen und aus dem Haus stürmen konnte, hatte mir Paul über seine Schulter hinweg zugezwinkert und dem kleinen Mädchen geantwortet.
„Das ist ein Weihnachtsengel.“
Skepsis breitete sich auf dem kleinen Gesicht aus. „Sie hat gar keine Flügel“, protestierte das Mädchen.
Paul lachte, verschluckte sich kurz und lachte dann wieder, diesmal wieder mit der tiefen Stimme des Nikolaus.
„Wenn sie ihre Flügel anhätte, würden all die Menschen draußen einen furchtbaren Schreck bekommen. Das ist ihre Tarnung.“
Mit großen, kugelrunden Augen sah mich das kleine Mädchen an und ihre Faszination ließ sich auch nicht durch das wackelige Lächeln brechen, dass ich auf meinen Lippen spürte.
Von da an beobachtete ich, zufrieden mit meiner Rolle als „Undercover-Engel“, wie Paul ein Kind nach dem anderen zum Staunen und Lächeln brachte.
Ich verstand, was er damit sagen wollte, dass sein freier Tag all das Wert war, weil das Lächeln der Kinder wunderbar war.
Und das war es.
Ich redete mir ein, dass es zwar immer noch nicht an einen ruhigen Tag in meinem Bett heran kam, aber tief in meinem Inneren wusste ich, dass Paul mich überzeugt hatte.
Und auch seine Ratlosigkeit, warum manche Kinder ihn nicht mochten, stellte sich als ein ganz einfaches, profanes Problem heraus.
Paul war durch und durch tollpatschig.
Was sich draußen auf dem eisigen Gehweg schon angekündigt hatte, bestätigte sich spätestens, als er in der zweiten Familie einen Jungen von 3 Jahren auf den Arm nehmen und mit ihm ein Foto machen sollte.
Denn die Mutter hatte ihm den Knirps kaum in den Arm gedrückt, da rutschte der Junge auch schon in Zeitlupe aus seinem riesigen Weihnachtspullover.
Mit einem satten Geräusch setzte er 30 Zentimeter weiter unten auf dem Sofa auf.
Der Kleine blinzelte wie eine Eule zu Paul empor – der lief an wie eine Tomate und stammelte eine Entschuldigung, während die Eltern lachten und ihm versicherten, dass das doch nicht so schlimm gewesen sei.
Ich musste ihnen zustimmen und gluckste ein bisschen, als er bei mir vorbei kam und mir den Sack abnahm.
Als wir auf dem Weg zum nächsten Haus waren, bildete sich eine Denkfalte zwischen seinen braunen Augenbrauen.
„Das lief wieder nicht so gut“, meinte er schließlich kleinlaut.
Ich grinste ihn von der Seite an. „Nur weil du den Kleinen nicht richtig festgehalten hast, heißt es nicht, dass er dich nicht mochte. Nicht jedes Kind reagiert so über wie das 6 Monate alte Mädchen.“
Er nickte, wirkte aber nicht überzeugt.
Spontan hakte ich mich bei ihm unter und pustete warme Atemwölkchen in die Winterluft. Es hatte aufgehört zu schneien.
„Glaub mir, er hat dich angehimmelt.“

Jetzt aber war Pauls „Arbeitstag“ zu Ende und es gab nur noch eine Station, die er abklappern musste.
Mein Zuhause.
Wir standen vor meiner Haustür; ich konnte das Licht von unserem Wohnzimmer durch das Milchglas schimmern sehen.
Und ich spürte Pauls Blick.
„Du willst da nicht rein, hm?“
„Nein“, antwortete ich schlicht.
„Gibt’s Probleme?“
Ich zuckte mit den Schultern. Was sollte ich ihm sagen, wenn ich nicht einmal meinem Vater sagen konnte, was das Problem war?
„Verstehe.“ Er sah mich immer noch an. „Soll ich hier bleiben?“
Aus einem naiven Impuls heraus nickte ich.
Selbst wenn er nur so lange bleiben konnte, bis sich die Tür hinter mir schloss – es würde mir einen Aufschub gewähren.
Bevor ich noch etwas sagen konnte, drückte Paul auf die Klingel.
Ich riss die Augen auf und hielt die Luft an.
„Keine Sorge“, flüsterte der Nikolaus vom Nordpol und zum ersten Mal, seit ich ihn auf den Gehsteig zu meinen Füßen geschickt hatte, klang seine Stimme sicher.
Ich sah ihn an und nickte. Voller Angst griff ich nach seiner Hand.
Mein Vater kam an die Tür.
Er öffnete sie und seine strengen Augen sahen mich von oben bis unten an.
„Macy.“
„Dad“, gab ich lahm zurück.
Paul ließ meine Hand los und ich zuckte in Panik, dass er sich jetzt einfach umdrehen und gehen würde, zusammen.
Doch stattdessen gab er meinem perplexen Vater die Hand und sagte, mit seiner Nikolaus Stimme: „Ich habe Ihnen ein Geschenk mit gebracht, Sir.“
Konsterniert schüttelte mein Vater die dargebotene Hand und sah von mir zu Paul und wieder zurück.
„Vielen Dank …“
„… Nikolaus. Einfach Nikolaus.“ Ich sah sein Grinsen durch den Bart und lugte vorsichtig zu meinem Vater auf.
Der wirkte immer noch verwirrt, doch nicht mehr sauer.
Schließlich sah er mich an, aber sein Blick blieb beinahe neutral.
„Kommst du rein?“ Es klang mehr wie: Kommst du zurück?
Ich nickte zaghaft und sah für einen Moment den Held meiner Kindheit aufblitzen, als mein Vater die Tür weiter aufmachte und sich dann von Paul verabschiedete. „Danke, Nikolaus. Sie haben mir etwas sehr Wertvolles zurück gebracht.“
Paul brummte etwas und hustete. Er hatte sich an seiner eigenen Heldentat verschluckt.
Von meinem Vater bekam ich einen fragenden Blick. „Kommst du? Du siehst durchgefroren aus.“
Diesmal schaffte ich ein Lächeln. Nicht breit, nicht strahlend – aber echt!
„Gleich. Ich möchte mich nur noch kurz von Pa- … ähm, dem Nikolaus verabschieden.“
Dad nickte und verabschiedete sich ins Innere des Hauses.
Aus dem Wohnzimmer klang die Melodie von Melanie Thorntons „Wonderful Dream“ herüber.
Ich drehte mich zu Paul um und wusste nicht, was ich sagen sollte.
Deshalb tat ich etwas – das konnte ich schließlich am besten.
Eine einsame Orange rollte über die Stufen vor meiner Haustür, als Paul, der Nikolaus vom Südpol, vor Überraschung seinen Sack los ließ.
Seine warmen Lippen prickelten auf meinen eingefrorenen und ich grinste in den schnellen, dankbaren Kuss hinein.
„Danke“, murmelte ich und sah ihm noch einmal in seine großen, braunen Augen, bevor ich wieder auf meine Fußballen zurück sank und meine Hände von seinem Kostüm löste.
Paul war rot geworden und sein Bart wieder verrutscht. Kein Wort verließ seinen geküssten Mund.
„Sehen wir uns wieder?“, fragte ich, um ihm ein paar Worte abzuringen.
Da breitete sich ein Lächeln auf seinem Gesicht aus und er sprang in einem Satz die Stufen hinunter, um die entflohene Orange einzusammeln.
„Natürlich“, rief er, während er durch meinen Vorgarten tänzelte, ausrutschte, mit den Armen ruderte und sich wieder fing. Ich lachte. „Schließlich ist doch bald Weihnachten!“
Ich konnte es kaum erwarten!


Einen frohen Nikolaus wünschen euch
Snowhoney & Munderoon

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